Was ist Mentaltraining?

Seit Beginn der Menschheit ist der Mensch darauf ausgerichtet, Ziele zu erreichen. In der Steinzeit waren die Ziele dabei noch sehr klar definiert und ganz bewusst im Fokus. Es ging um die Befriedigung der grundlegendsten Bedürfnisse: Hunger, Schlaf, Zugehörigkeit, Überleben. In der heutigen Moderne sind diese Grundbedürfnisse aus der bewussten Wahrnehmung verschwunden und der Mensch hat ganz andere Ziele. Ein gesunder Körper, das Haus mit Garten - solche Ziele haben wir alle. Grundlegend lassen sich zwei Typen von Menschen unterscheiden. Solche die ihre Ziele erreichen und jene die scheitern. Worin liegt der Unterschied? Bzw. viel wichtiger: Wie können Sie zu den Menschen zählen, die ihre Ziele erreichen? Die Antwort ist mentales Training.

Wie funktioniert Mentaltraining?

Grob lassen sich drei Phasen der Zielerreichung unterteilen: Die Bildung des Ziels, die Planung und Einteilung, sowie das regelmäßige Überprüfen des eingeschlagenen Kurses. Die erfolgreichsten Menschen erreichen Ihre Ziele zwei Mal. Zunächst im Kopf und dann in der Realität. Die Bild- und lebhafte Vorstellung des Zieles ist entscheidend für den weiteren Weg. Stellen Sie sich kurz vor, Sie möchten einen Marathon laufen. Sie wissen: Dieser umfasst 42 Km und braucht eine Menge Vorbereitung. Experten empfehlen ein Lauftraining ein Jahr im Voraus. Welches Gefühl überkommt Sie? Bei mir sind es Zweifel und Resignation. Würden Sie dieses Ziel für sich wählen? Stellen Sie sich die gleiche Situation bildhaft vor: Sie sind nun beim Marathon in Sydney. 30.000 Teilnehmer möchten ihr Ziel erreichen. Alle stehen dicht an dicht an der Startlinie, dann ertönt das Signal. Sie riechen den Schweiß, die Menschen. Sie laufen los und spüren den Asphalt unter Ihren Füßen. 12 Kilometer sind geschafft. Sie spüren die Sonne, die angenehm auf Ihre Haut strahlt. Schritt für Schritt setzen Sie einen Fuß vor den anderen. 16 Kilometer. Sie arbeiten sich langsam durch die Läufer und überholen unzählige. Konzentrieren Sie sich auf die jubelnde Menge an den Absperrungen. 24 Kilometer – Ihr persönlicher Runnerspoint. Nun ist mehr als die Hälfte bereits geschafft. Nehmen Sie den Zuspruch, die lachenden Gesichter, die Freude, aber auch das Brennen Ihrer Muskeln genau wahr. 28 Kilometer: Wie Ihre Beine nun warm werden, wie Ihr Körper vor Energie und Vitalität strotzt. 33 Kilometer: Achten Sie auf Ihre Stimme im Kopf, die Sie bestärkt und fördert. Sie erblicken den Zugläufer mit der Zeit 3:15 Stunden und schließen auf. Sie zählen nun zu den 400 besten Läufern dieses Marathons. Nur noch drei Kilometer. Der Schweiß kühlt Ihre Haut und Sie erblicken die Zielgerade. Natürlich schaffen Sie den Marathon. Ja Sie sind erschöpft, Sie sind ausgelaugt aber überglücklich. Sie haben ein Jahr lang, hart und intensiv trainiert. Nun sind Sie angekommen. Ein tolles Ziel!

Visualisierung im Mentaltraining

Die Visualisierung von Ihrem persönlichen Ziel baut starke Verbindlichkeit auf. Ein erstrebenswertes Ziel zu haben, schafft Motivation und Willensstärke. Je stärker Sie Ihr Ziel ausbauen, je stärker und häufiger Sie visualisieren, desto eher programmieren Sie sich auf Erfolg. Sie möchten zu den Menschen zählen die Ziele erreichen? Das Ziel sollte eine Hinzu-Motivation enthalten. „Mein Wohlfühlgewicht sind 75 Kg.“ Es sollte spezifisch und terminiert sein: „Am 25 Mai 2018 habe ich mein Wohlfühlgewicht von 75 Kg.“ Es ist Messerbar: „Am ersten jeden Monats stelle ich mich auf die Waage.“ Das Ziel ist absolut erstrebenswert und attraktiv: „Ich möchte mein Ziel aus diesem und jenem Grund erreichen.“

Zielformulierung im Mentaltraining

Tu-so-als-ob-Prinzip: Für die abschließende Formulierung sollte das Ziel kurz und knapp, formuliert werden und obige Punkte enthalten. Weiter noch: Tun Sie so als hätten Sie Ihr Ziel bereits erreicht. Beachte: Die Zielbildung kennt Grenzen: Unrealistische Ziele, außerhalb des Einflussbereiches sind Zeitverschwendung. Konzentrieren Sie sich auf Erreichbares und Beeinflussbares. Holen Sie sich eine Expertenmeinung ein, wenn Sie unsicher sind und unterteilen Sie Ihr Ziel in Zwischenziele. 80 Kg könnte bei einem Ausgangsgewicht von 81 Kg das erste Ziel sein, 79 Kg das Nächste. Ein solches Vorgehen hält Sie auf der Zielgeraden und unterstützt Sie beim Erreichen Ihrer Ziele. Visualisieren Sie täglich und in Momenten der Schwäche, wenn die Motivation schwindet.

Anwendung von Strategien im Mentaltraining

Es gibt die unterschiedlichsten Kontrollstrategien sowie kognitive Umstrukturierungen für das mentale Training, diese können durch verschiedene Coachs programmiert und in den Alltag eingebaut werden. Hier sind einige praktische Beispiele:

Mentales STOP-Schild bei Negativen Gedanken

Stelle Dir ein großes, rotes Stopschild mit dicken weißen Buchstaben vor, sollten negative Muster Deinen Alltag stören, die Motivation schwinden oder aber Selbstzweifel Dich zerfressen und werde achtsam für negative Gedanken. Visualisiere gleich im Anschluss darauf Deine Ziele und fasse so neuen Mut und Fokus.

Nach Schicksalsschlag ab auf den Mond

Ein Schicksalsschlag hat Dich ereilt? Beame Dich für einen Moment gedanklich auf den Mond und betrachte Dein Problem von dort aus erneut. Vielleicht möchtest Du zeitgleich 15 Jahre in die Zukunft wandern um so noch größeren Abstand zu gewinnen. Von dort aus lässt es sich mit der Bauernregel: „Großer Mist, guter Dünger, reiche Ernte“ echt gut aushalten.

Negative Erlebnisse dissoziieren

Du erlebst ein schreckliches Ereignis und kannst es nicht vergessen? Mit einem Mentalcoach kannst Du das Erlebnis dissoziieren. Dabei nimmst Du eine Vogelperspektive ein und betrachtest das Ereignis erneut, gerne kannst Du die Submodalitäten wie Farbe, Klang, Geschwindigkeit etc. verändern um die physiopsychischen Reaktionen abzuschwächen.

Kreative Lösungsstrategie und Wunderfilm

Du stehst vor einer schier unlösbaren Aufgabe? Wenn eine gute Fee Dir einen Wunsch erfüllen würde, der mit dieser Problemsituation zu tun hat, was wäre das? Was wäre, wenn das Problem gelöst wäre? Wie wäre die Situation dann? Stelle Dir Problemsituationen als Film vor und auch die Lösung dessen. Anschließend reflektiere Deine Situation und bewerte sie neu.


Autor: Johannes Förster

 


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